Multiplexer, Demultiplexer und Transcoder¶
Diese Typen gehen nicht ins Netz: sie verbinden die Streams eines Knotens untereinander. Der Multiplexer stellt aus SPTS-Streams einen Multiplex zusammen, der Demultiplexer löst aus einem Multiplex ein einzelnes Programm heraus, der Transcoder verbindet einen Quellstream mit einem Ergebnisstream. Hierher gehört auch der Testsignalgenerator — auch er arbeitet ohne externe Quelle.
Multiplexer (muxer)¶
Der Typ arbeitet von beiden Seiten: ein muxer-Eingang an einem MPTS-Stream definiert den Multiplex selbst, ein muxer-Ausgang an einem SPTS-Stream hängt dieses Programm an den Multiplex an (Multiplexer). Ein MPTS-Stream kann nur einen muxer-Eingang haben, und andere Eingänge besitzt ein solcher Stream nicht.
Eingang: die Parameter des Multiplex¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Automatic PID mapping |
Eingeschaltet — jedes Programm erhält ein eigenes, vom Knoten zugewiesenes PID-Fenster. Ausgeschaltet — die Programme behalten ihre ursprünglichen PIDs, und ändern lassen sie sich nur durch Umsetzung am Ausgang des Programms (PID-Zuweisung). Das Ausschalten wird dort gebraucht, wo die Empfänger die PMT nicht neu einlesen und einen Umzug auf einen neuen Knoten ohne Neukonfiguration überstehen müssen. |
standardmäßig eingeschaltet |
Transport stream id |
|
0–65535, Standard 1 |
Network id |
|
0–65535, Standard 1 |
Network name |
Der Name des Netzes in der NIT — das, was ein Empfänger bei der Sendersuche anzeigt. Der Wert wird in die DVB-Kodierung überführt, daher wird Kyrillisch korrekt dargestellt. Ein leeres Feld — der Deskriptor wird nicht übertragen. |
standardmäßig leer |
Country code (ISO 3166 alpha-3) |
Der dreibuchstabige Ländercode. Er geht in den Deskriptor der Ortszeit ein und bestimmt, was wichtiger ist, welches Kennzeichen vor die Kanalnummern in der NIT gesetzt wird: strenge Empfänger berücksichtigen die Kanalnummer nur bei passendem Kennzeichen. |
drei Buchstaben eines ISO-3166-1-alpha-3-Codes, standardmäßig leer |
Output bitrate (kbps) |
Die Rate des Ausgangsmultiplex. Ein Wert größer als null schaltet die Bitratenglättung ein: der Stream läuft genau mit dieser Rate, der Fehlbetrag wird mit NULL-Paketen aufgefüllt, die PCR-Marken werden neu berechnet. Übersteigen die Programme in der Summe die eingestellte Rate, werden die überzähligen Pakete verworfen — die Gesamtbitrate verfolgt man in der Multiplextabelle (Analyse nach Programmen). Null ist der veraltete Modus ohne Glättung. |
Standard 20000 |
SDT provider name |
Der Name des Diensteanbieters in der SDT. Der Wert gilt für den gesamten Multiplex — ein einzelnes Programm hat keinen eigenen Namen. |
bis zu 251 Byte, standardmäßig leer |
Aus demselben Fenster öffnet sich der Editor der Multiplexzusammensetzung — die Schaltfläche „Programme bearbeiten…“ (Programme). Er übernimmt den Wert der automatischen PID-Zuteilung, der gerade im Fenster steht, auch wenn er noch nicht gespeichert wurde.
Ausgang: Anschluss eines Programms an den Multiplex¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Target MPTS stream |
Der Multiplex, in den dieser Stream eingespeist wird. Wird aus der Liste der MPTS-Streams des Knotens gewählt. Ein Pflichtfeld; gibt es keine MPTS-Streams, ist die Liste leer und das Fenster meldet „Keine Ziel-MPTS-Streams — legen Sie zuerst einen MPTS-Stream an.“ |
die Liste der MPTS-Streams des Knotens |
SDT service name (empty = stream name) |
Der Name des Dienstes in der SDT des Multiplex — das, was ein Empfänger als Kanalnamen anzeigt. Entgegen der Beschriftung setzt ein leeres Feld nicht den Streamnamen ein: das Programm erhält einen Namen der Form |
bis zu 251 Byte, standardmäßig leer |
PNR (0 = stream id) |
Die Programmnummer ( |
0–65535, Standard 0 |
Logical channel number (0 = PNR) |
Die logische Kanalnummer in der NIT — die Position des Kanals in der Liste des Empfängers. Null bedeutet „die Programmnummer übernehmen“. Solange der Ausgang oder sein Stream pausiert ist, wird der Kanal als verborgen markiert und verschwindet aus der Liste des Empfängers. |
0–999, Standard 0 |
Service type (0 = auto, ETSI) |
Der Diensttyp in SDT und NIT. Null — automatisch anhand der Zusammensetzung des Programms bestimmen; ein anderer Wert legt den Typ nach ETSI EN 300 468 von Hand fest. |
0–255, Standard 0 |
PMT PID (0 = source) |
Die PID der PMT-Tabelle dieses Programms im Multiplex. Null — nach der allgemeinen Regel zuweisen (das automatische Programmfenster oder, bei ausgeschalteter automatischer Zuteilung, die ursprüngliche PID). Die Werte 1–31 sind reserviert und werden abgelehnt. |
0 oder 32–8190, Standard 0 |
Auf dem Reiter „MPEG-TS PID“ dieses Ausgangs wird die Umsetzung der PIDs des Programms innerhalb des Multiplex festgelegt (PID-Zuweisung); die Annahme- und Ablehnungslisten für PIDs werden an einem Ausgang nicht eingestellt — es gibt sie nur an Eingängen. Die Reihenfolge der Programme in den Multiplextabellen wird nicht hier festgelegt, sondern durch Ziehen der Zeilen im Fenster „Programme“.
Demultiplexer (demuxer)¶
Ein Eingang eines SPTS-Streams, der ein einzelnes Programm aus einem Multiplex oder von einem DVB-Adapter herauslöst (Demultiplexer).
Eingang¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Source kind |
Woher der Multiplex stammt: aus einem MPTS-Stream dieses Knotens oder von einem DVB-Adapter (DVB-Empfänger). Die Wahl bestimmt den Inhalt des nächsten Feldes. |
SPTS stream (Standard), DVB adapter |
Source id |
Die Quelle selbst — wird aus der Liste der eingerichteten MPTS-Streams oder Adapter des Knotens gewählt. Ein Pflichtfeld; gibt es keine Quellen der gewählten Art, ist die Liste leer. |
die Liste der Quellen des Knotens |
PNR |
Die Programmnummer. Bei einer Quelle der Art SPTS stream wird die Nummer, wenn sie läuft und bereits analysiert wurde, aus der Liste der gefundenen Dienste mit ihren Namen gewählt; bei einem DVB-Adapter wird keine Liste angeboten — die Nummer wird stets von Hand eingegeben. Für interne T2-MI-Multiplexe wird eine zusammengesetzte Nummer eingegeben (T2-MI-Dekapselung). |
eine Programmnummer der Quelle |
Transcoder (transcoder)¶
Auch der Transcoder arbeitet von beiden Seiten: ein transcoder-Ausgang am Quellstream ist der Decoder, ein transcoder-Eingang am Ergebnisstream ist der an diesen Decoder angeschlossene Encoder. Das Anschlussschema und die Möglichkeiten der Backends sind in Transcoder beschrieben.
Ausgang: der Decoder¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Transcoder backend |
Die Verarbeitungsart: ohne Neukodierung des Videos, in Software auf dem Prozessor oder in Hardware auf einer GPU (Backends und Codecs). Das gewählte Backend muss auf dem Knoten installiert sein, sonst wird der Ausgang nicht gespeichert — einschließlich des Durchleitmodus, der vom Software-Transcoder ausgeführt wird (Transcoder). |
Video pass-through, Software (CPU) (Standard), NVidia (GPU), Intel VPL (GPU) |
GPU device selector |
Das Gerät auf einem Knoten mit mehreren Karten. Die Liste wird mit den Geräten des gewählten Backends gefüllt; der Software- und der Durchleitmodus haben keine Geräte, und die Liste ist deaktiviert. Beim NVIDIA-Backend bedeutet ein leerer Wert das erste Gerät, bei Intel VPL muss das Gerät ausdrücklich gewählt werden — sonst wird der Ausgang nicht gespeichert. |
die Liste der Geräte des Knotens |
Watchdog timeout (s) |
Nach wie vielen Sekunden des Schweigens der Transcoder-Prozess als hängend gilt und neu gestartet wird. |
ab 1; Standard 10, das Anlegeformular trägt 5 ein |
Fix PAR (N/D), Fix framerate (N/D) |
Das Pixelseitenverhältnis und die Bildrate als Bruch — Hinweise für eine Quelle, die sie nicht meldet oder falsch meldet (Einstellungen des Decoders). |
ein Bruch der Form |
Convert to BT.709 |
Umrechnung des SD-Farbraums nach BT.709. |
standardmäßig ausgeschaltet |
Eingang: der Encoder¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Decoder |
Der Decoder, an den der Encoder angeschlossen wird: wird aus der Liste der Transcoder-Ausgänge des Knotens mit den Namen ihrer Streams gewählt — auch pausierte stehen in der Liste. Ein Pflichtfeld; an den Decoder desselben Streams kann nicht angeschlossen werden. Solange es auf dem Knoten keinen einzigen Transcoder-Ausgang gibt, ist die Liste leer. |
die Liste der Decoder des Knotens |
Encoder |
Der Codec des Ausgangsvideos. Die Liste ist durch die Möglichkeiten des Backends des gewählten Decoders begrenzt: MPEG-2 — Software und Intel, HEVC — NVIDIA und Intel, H.264 — überall. |
MPEG-2, H.264 (Standard), HEVC |
Video profile (H.264) |
Das H.264-Profil. Bei den anderen Codecs ist das Feld deaktiviert. |
Main, High (Standard) |
Video bitrate (kbps) |
Die Videobitrate; die Kodierung erfolgt stets als CBR. Sie legt zugleich die Reihenfolge der Varianten fest, wenn mehrere Encoder an einen Decoder angeschlossen sind. |
ab 100, Standard 5000 |
Speed preset |
Das Verhältnis von Kodiergeschwindigkeit und Qualität: kleiner bedeutet bessere Qualität und höhere Last. |
1–7, Standard 4 |
Resize, Width, Height |
Die Bildgröße. Das ist ein einziges zusammenhängendes Element: entweder wird ein fertiger Modus gewählt (Verkleinerung um 2 oder 4, Umsetzung nach SD, Hochskalierung von SD nach HD), oder der Modus zur Vorgabe von Breite oder Höhe — dann wird das entsprechende Feld verfügbar und die andere Seite wird aus den Proportionen der Quelle berechnet (Einstellungen des Encoders). Ein beliebiges Paar „Breite × Höhe“ lässt sich nicht vorgeben. |
None (Standard), /2, /4, SD, SD PAL, SD NTSC, SD->HD |
Deinterlace |
Umwandlung von Zeilensprungvideo in Vollbildvideo. |
standardmäßig eingeschaltet |
GOP interval |
Der Abstand zwischen Schlüsselbildern in Bildern. |
ab 1, Standard 25 |
B-frames |
Die Anzahl der B-Bilder zwischen Referenzbildern. Default überlässt die Wahl dem Encoder, Off schaltet sie ganz ab (geringste Verzögerung, schlechteste Kompression). |
Default (Standard), Off, 1–8 |
Lookahead |
Wie viele Bilder im Voraus die Bitratensteuerung betrachtet. Mehr bedeutet eine bessere Verteilung der Bits, aber höhere Verzögerung und höheren Speicherbedarf. |
ab 0, Standard 0 |
MPEG audio rule, AAC audio rule, AC-3 audio rule |
Was mit der Tonspur jedes Ausgangscodecs geschehen soll: unverändert lassen, in den genannten Codec umkodieren oder entfernen (Skip). Die Standardwerte lassen die Spur unverändert (Tonverarbeitung). |
MPEG, AAC, AC-3, Skip — der Satz hängt vom Ausgangscodec ab |
Audio bitrate (kbps) |
Die Bitrate der umkodierten Tonspuren. Für die unverändert durchgereichten Spuren gilt sie nicht. |
ab 1, Standard 128 |
5.1 downmix volume |
Die Lautstärke des Downmix von 5.1 nach Stereo. Das einfache Summieren der Kanäle klingt leiser als das Original, daher ist der Standardwert größer als eins. |
ab 0, Standard 1.6 |
Encoder PMT PID |
Die PID der PMT-Tabelle des Streams, den der Encoder erzeugt. Null — wie im Eingangsstream. |
0 oder 32–8190, Standard 0 |
Encoder options (k=v:k=v) |
Zusätzliche Parameter des Software-Encoders. Das Feld ist nur beim Software-Backend verfügbar. |
standardmäßig leer |
PAT/PMT interval (90kHz) |
Die Wiederholperiode der Tabellen PAT und PMT in 90-kHz-Takten: 9000 sind 100 ms. |
ab 1, Standard 9000 |
Framerate resample |
Halbierung oder Viertelung der Bildrate — für die unteren Varianten eines adaptiven Satzes. |
None (Standard), /2, /4 |
Arbeitet der Decoder im Modus „Video pass-through“, verschwinden die Kodiereinstellungen aus dem Fenster: es bleiben die Wahl des Decoders, das Feld „PAT/PMT interval (90kHz)“ und die gemeinsamen Felder des Eingangs. Das Video wird dabei nicht umkodiert, und auch dieses Feld wird im Durchleitmodus nicht angewendet. Die Regeln der Tonverarbeitung gelten dagegen weiterhin so, wie sie gespeichert wurden — man kann sie nur nirgends einsehen, solange der Decoder durchleitet; Tonbitrate und Downmix-Lautstärke werden im Durchleitmodus nicht übernommen, und der Ton wird mit den Standardeinstellungen umkodiert.
Testgenerator (test-stream)¶
Ein Eingang eines SPTS-Streams, der ein Testbild und ein Tonsignal ohne externe Quelle erzeugt (Teststreams). Erfordert das installierte Paket für Software-Transkodierung.
Eingang¶
Feld |
Zweck |
Werte |
|---|---|---|
Video encoder |
Der Codec des erzeugten Videos. |
MPEG-2, H.264 (Standard), HEVC |
Video bitrate (kbps) |
Die Bitrate des erzeugten Videos — der wichtigste Hebel für die Last auf Prozessor und Strecke. |
ab 100, Standard 3000 |
Width, Height |
Die Bildgröße in Pixeln. |
ab 64, Standard 1920 und 1080 |
Width PAR, Height PAR |
Das im Stream angegebene Pixelseitenverhältnis. |
ab 1, Standard 1 |
Frame rate |
Die Bildrate. |
ab 1, Standard 25 |
GOP interval |
Der Abstand zwischen Schlüsselbildern in Bildern. |
ab 1, Standard 25 |
Video pattern |
Die Art des Testbilds: Farbbalken, Rauschen, eine einfarbige Füllung, ein Schachbrett, ein bewegter Ball und andere. Ein bewegtes Bild eignet sich zum Aufspüren von Standbildern, ein statisches zum Aufspüren von Artefakten. |
26 Varianten, Standard SMPTE 100% color bars |
Audio encoder |
Der Codec des erzeugten Tons. |
MPEG-1 Layer 2 (Standard), AAC |
Audio waveform |
Die Art des Tonsignals: ein Ton, Rauschen, Stille, periodische Klicks. Klicks sind voreingestellt — an ihnen hört man einen Tonausfall sofort. |
13 Varianten, Standard Periodic Ticks |
Audio frequency (Hz) |
Die Frequenz des Tons. Für die Rauschsignale und die Stille gilt sie nicht. |
ab 1, Standard 440 |
Audio volume |
Die Lautstärke des Signals als Anteil der Vollaussteuerung. |
0–1, Standard 0.8 |
Enable overlay |
Eine Einblendung von Text und Uhr über dem Bild. |
standardmäßig eingeschaltet |
Overlay text |
Eine Beschriftung über dem Bild — etwa der Kanalname, um mehrere Teststreams auf einer Videowand auseinanderzuhalten. |
standardmäßig leer |
Time format (strftime) |
Das Format der eingeblendeten Uhr in |
standardmäßig leer |
Total bitrate (kbps) |
Die Gesamtbitrate des Transportstroms mit Auffüllung durch NULL-Pakete. Null — keine Auffüllung. |
ab 0, Standard 0 |
PNR, PMT PID, Video PID, Audio PID |
Die Programmnummer und die Kennungen der PMT-Tabelle und der Elementarströme — um den Teststream in den PID-Plan des Netzes einzupassen. Die drei PIDs müssen sich voneinander unterscheiden. |
PNR 1–65535 (Standard 1); PID 32–8190 (Standard 32, 33 und 34) |