MPTS-Streams

MPTS (Multi Program Transport Stream) — ein MPEG-TS-Stream mit mehreren Programmen (Diensten); jedes Programm besitzt eine eindeutige Nummer (PNR). Haupteinsatzgebiete sind die DVB-Ausstrahlung und der Transit fertiger Multiplexe. Der Streamtyp — SPTS oder MPTS — wird beim Anlegen gewählt und kann später nicht mehr geändert werden (Neuer Stream).

Pipeline eines MPTS-Streams: Quellen des Multiplexes, Eingangsumschalter, Analysator, Transitausgänge und die Brücke zu SPTS-Streams über den Demultiplexer.

Pipeline eines MPTS-Streams: Transit des Multiplexes ohne Änderung seiner Zusammensetzung; einzelne Programme werden über den Demultiplexer in SPTS-Streams verarbeitet.

Transit des Multiplexes

Ein MPTS-Stream ist ein Transitstream: Der Multiplex wird unverändert weitergegeben. Filterung und Modifikation des MPEG-TS (MPEG-TS-Filterung, Modifikation des Streams), die Bitratenmodi (Bitratensteuerung), die OTT-Auslieferung und die DVR-Aufzeichnung (OTT und DVR) gelten für einen MPTS-Stream nicht. Die konstante Bitrate und die Zusammensetzung eines eigenen Multiplexes werden bei dessen Aufbau durch den Multiplexer festgelegt (Multiplexer); ein einzelnes Programm wird verarbeitet, nachdem es in einen SPTS-Stream ausgekoppelt wurde (Demultiplexer).

Quellen eines MPTS-Streams sind die Netzwerktransporte, die einen fertigen Multiplex empfangen (UDP / RTP, SRT, PS1, RIST, Pro-MPEG, TCP, Datei und weitere — Abschnitt Planung und Datenübertragungsprotokolle), der DVB-Empfänger (DVB-Empfänger) und der Multiplexer (Multiplexer). Einprogramm-Quellen — HLS, RTSP, RTMP, Demultiplexer, Transcoder, Testgenerator — stehen für MPTS nicht zur Verfügung. Die Ausgänge sind Transportausgänge, einschließlich der Ausspielung des Multiplexes in ein DVB-Verteilnetz; OTT-Ausgänge besitzt ein MPTS-Stream nicht.

Die Quellenredundanz arbeitet ebenso wie bei SPTS-Streams: mehrere Eingänge nach Priorität, Stream-Timeout, Prüfintervall und Rückkehr auf den Haupteingang (Quellenredundanz).

Analyse nach Programmen

Der Analysator eines MPTS-Streams erfasst jedes Programm einzeln sowie den Multiplex in der Summe: Bitrate, Zustand und Kontinuitätsfehler, Verwürfelung, Medieninformationen zu jedem Programm sowie die Kennungen des Multiplexes (TS ID und Netzwerkkennung). Die Summenzähler der Programme — insgesamt, unverwürfelt, verwürfelt und fehlerhaft — werden im Statistikfenster des Streams ausgegeben (Stream-Statistik); in der Streamliste sind MPTS-Streams mit dem Symbol MPTS gekennzeichnet und in einer eigenen Gruppe zusammengefasst. Ein verwürfeltes Programm gilt als gültig und geht nicht in den Fehlerzähler ein.

Der TR 101 290-Monitor (Reiter „Analyse“, Einstellung „TR 101 290-Monitor“) fällt für MPTS ein einziges Urteil über den gesamten Multiplex: Transportfehler, Kontinuität über alle PIDs, PCR-Wiederholung und PCR-Sprünge über alle Programme, Vorhandensein der Tabellen PAT/PMT und SI (NIT, SDT, EIT, TDT). Das Fenster des zulässigen PCR-Sprungs wird über die Eingangseinstellung „PCR discontinuity window (ms)“ festgelegt — wie bei SPTS-Streams (Synchronisation). Die vertieften SPTS-Metriken — PCR-Genauigkeit, Analyse des Videopuffers T-STD, PTS-Intervalle — gelten nicht für den Multiplex als Ganzes: Koppeln Sie ein Programm zur detaillierten Analyse in einen eigenen SPTS-Stream aus (Demultiplexer, Analysator).

Das Mosaik ist für einen MPTS-Stream standardmäßig abgeschaltet (Einstellung „Mosaik erzeugen“); bei Aktivierung wird für jedes Programm des Multiplexes ein Miniaturbild erzeugt. Das bedeutet eine spürbare zusätzliche Last — auf ausgelasteten Servern wird das Einschalten des Multiplex-Mosaiks nicht empfohlen.

BISS-Entschlüsselung

An den Netzwerk- und Dateieingängen eines MPTS-Streams (UDP / RTP, SRT, RIST, Pro-MPEG, TCP, PS1, Datei und ähnlichen) steht die softwareseitige BISS-Entschlüsselung je Programm zur Verfügung: Festgelegt werden Paare aus „Programmnummer — Schlüssel“ (BISS-1 oder BISS-E), und jedes angegebene Programm wird vor der Analyse und der weiteren Übertragung entschlüsselt. Die Entschlüsselung auf Ebene des DVB-Adapters — CAM und BISS, einschließlich der Schlüssel für T2-MI — ist in DVB-Empfänger beschrieben.

EPG des Multiplexes

Der im Multiplex enthaltene Programmführer wird mit der Einstellung „EIT in die EPG-Datenbank extrahieren“ in die EPG-Datenbank des Knotens übernommen (EPG/XMLTV-Import). Auf einem MPTS-Transitstream findet keine EIT-Erzeugung statt: Die EIT-Tabellen der Programme überträgt der Multiplexer beim Aufbau aus den Quellstreams (Multiplexer, EIT-Generator).